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Transfergurt beim Umsetzen sicher verwenden

Transfergurt beim Umsetzen sicher verwenden

Ein Positionswechsel vom Bett in den Rollstuhl, zur Toilette oder in den Sessel kann für betreute Personen und Pflegende körperlich anspruchsvoll sein. Einen Transfergurt beim Umsetzen verwenden heißt nicht, eine Person anzuheben. Richtig angelegt unterstützt der Gurt eine vorhandene Restmobilität, gibt Halt und ermöglicht eine kontrollierte Führung während des Transfers. Das schützt die Würde der betreuten Person ebenso wie Rücken, Schultern und Hände der helfenden Person.

Was ein Transfergurt leisten kann – und was nicht

Ein Transfergurt, auch Geh- oder Haltegurt genannt, wird um die Taille der betreuten Person gelegt und sicher geschlossen. Er bietet Pflegenden einen definierten, körpernahen Griffpunkt. Je nach Ausführung besitzt er mehrere senkrechte oder waagerechte Halteschlaufen, die unterschiedliche Griffpositionen erlauben. Besonders bei kurzen Transfers im Stand kann dies mehr Sicherheit vermitteln, etwa beim Aufstehen vom Stuhl, beim Drehen zum Rollstuhl oder beim Wechsel zur Toilette.

Der entscheidende Punkt: Der Transfergurt ist ein Hilfsmittel zur Sicherung und Führung, kein Hebegurt. Die betreute Person muss zumindest teilweise belastbar sein, Anweisungen verstehen oder auf vereinbarte Signale reagieren können und ihren Oberkörper ausreichend kontrollieren. Wer weder stehen noch aktiv mitarbeiten kann, sollte nicht mit einem Transfergurt umgesetzt werden. Hier kommen abhängig von Mobilität, Gewicht und Pflegesituation beispielsweise Aufstehhilfen, Rutschbretter, Drehscheiben oder ein Patientenlifter infrage.

Auch bei starken Schmerzen, frischen Operationen, instabilen Frakturen, ausgeprägter Osteoporose, erheblichen Gleichgewichtsstörungen oder einer akuten Verschlechterung des Gesundheitszustands ist eine individuelle Einschätzung erforderlich. Ärztliche, therapeutische oder pflegefachliche Vorgaben haben immer Vorrang.

Vor dem Umsetzen: Situation und Hilfsmittel prüfen

Ein sicherer Transfer beginnt nicht mit dem Griff zum Gurt, sondern mit der Vorbereitung. Die betreute Person sollte wissen, was als Nächstes passiert. Eine ruhige, klare Ansage wie „Wir stehen gemeinsam auf, drehen uns zum Rollstuhl und setzen uns langsam hin“ gibt Orientierung. Fragen Sie auch nach Schmerzen, Schwindel oder Unsicherheit. Tagesform, Medikamente und Erschöpfung können die Belastbarkeit deutlich verändern.

Prüfen Sie anschließend die Umgebung. Der Zielstuhl oder Rollstuhl steht möglichst nah und in einem kleinen Winkel zur stärkeren Seite der Person. Bremsen am Rollstuhl müssen festgestellt sein, Fußstützen werden hochgeklappt oder zur Seite geschwenkt. Entfernen Sie Stolperquellen wie lose Teppiche, Kabel oder offene Schubladen. Die Sitzfläche sollte stabil und nicht zu niedrig sein. Rutschfeste, geschlossene Schuhe oder Antirutschsocken verbessern den Stand.

Auch der Gurt selbst braucht einen kurzen Sicherheitscheck. Kontrollieren Sie Material, Nähte, Griffe, Verschluss und gegebenenfalls die Schnalle auf Beschädigungen. Ein ausgefranster Gurt, ein schwergängiger Verschluss oder eingerissene Schlaufen sind ein Ausschlusskriterium. Beachten Sie außerdem die Herstellerangaben zu Größe, maximaler Belastbarkeit, Reinigung und zulässiger Anwendung.

Den Transfergurt korrekt anlegen

Der Gurt wird über der Kleidung um die Taille gelegt, nicht über dem Brustkorb und nicht direkt auf nackter, empfindlicher Haut. Er sollte fest genug sitzen, um nicht nach oben zu rutschen, aber weder die Atmung noch den Bauchraum einengen. Als Orientierung gilt: Eine flache Hand sollte zwischen Gurt und Körper passen. Bei einem ausgeprägten Bauchumfang, einem Stoma, einer PEG-Sonde, Wunden oder schmerzhaften Druckstellen braucht es besondere Vorsicht. Je nach Situation ist ein anderes Transferhilfsmittel geeigneter.

Achten Sie darauf, dass die Schlaufen gut erreichbar liegen. Der Verschluss gehört in eine Position, in der er weder drückt noch beim Hinsetzen stört. Ein Transfergurt darf nie an Armen, Beinen, Hals oder Brustkorb angebracht werden. Ebenso wenig darf er bei einem drohenden Sturz als Fangvorrichtung dienen.

Transfergurt beim Umsetzen verwenden: der sichere Ablauf

Stellen Sie sich nah an die betreute Person, aber nicht direkt vor ihre Füße. Ihre Füße stehen hüftbreit, ein Bein leicht vor dem anderen. Halten Sie den Rücken möglichst aufrecht und verlagern Sie Ihr Gewicht über die Beine. Ziehen Sie nicht aus dem Rücken heraus und heben Sie die Person nicht an den Gurtgriffen hoch.

Für das Aufstehen rutscht die betreute Person, soweit möglich, an die vordere Sitzkante. Die Füße stehen flach und stabil auf dem Boden, idealerweise unter den Knien. Bei einseitiger Schwäche kann der stärkere Fuß etwas weiter vorn stehen. Bitten Sie die Person, sich an einer stabilen Armlehne, einem Bettgalgen oder einer geeigneten Aufstehhilfe abzustützen – nicht an Ihrem Hals oder Ihrer Schulter.

Fassen Sie die Griffe des Transfergurts mit beiden Händen. Vereinbaren Sie einen eindeutigen Start, zum Beispiel: „Auf drei stehen wir auf: eins, zwei, drei.“ Die betreute Person bringt Gewicht nach vorne und drückt sich aktiv hoch. Sie begleiten die Bewegung durch einen sicheren Halt am Gurt und eine Gewichtsverlagerung nach hinten oder zur Seite, ohne zu reißen. Bleibt die Person sitzen oder knickt sie ein, brechen Sie den Versuch ab. Setzen Sie sie kontrolliert zurück und beurteilen Sie die Situation neu.

Im Stand erfolgt die Drehung in kleinen Schritten, nicht durch Verdrehen von Kniegelenken oder Rücken. Führen Sie zum Zielstuhl, bis die Rückseite der Beine die Sitzfläche berührt. Erst dann setzt sich die Person langsam zurück. Sie sichern den Vorgang am Gurt, bis beide sicher sitzen. Anschließend wird der Gurt gelöst oder, wenn weitere kurze Transfers folgen, nach Komfort und Herstellerangabe belassen.

Wenn zwei Personen helfen

Bei unsicherer Standfähigkeit, höherem Körpergewicht oder begrenzter Kraft der helfenden Person kann eine zweite eingewiesene Person notwendig sein. Beide Helfenden müssen vorher absprechen, wer anleitet, welche Seite gesichert wird und wann die Bewegung beginnt. Unkoordinierte Zugbewegungen erhöhen das Risiko, dass die betreute Person das Gleichgewicht verliert oder Schmerzen bekommt.

Zwei Personen machen einen ungeeigneten Transfer jedoch nicht automatisch sicher. Wenn keine ausreichende Teilbelastung möglich ist, sollte ein passendes technisches Hilfsmittel eingesetzt werden. Das gilt besonders in professionellen Einrichtungen, in denen Gefährdungsbeurteilungen, interne Standards und rückenschonende Arbeitsabläufe verbindlich sind.

Häufige Fehler beim Einsatz eines Transfergurts

Ein zu locker angelegter Gurt rutscht beim Aufstehen nach oben und bietet keinen verlässlichen Halt. Ein zu eng angelegter Gurt kann Druck verursachen, die Atmung einschränken und Schmerzen auslösen. Ebenso problematisch ist es, den Gurt unter den Achseln hochzuziehen. Dadurch entstehen Belastungen an Schultergelenken, Rippen und Weichteilen, während die Person ihre Eigenaktivität verliert.

Häufig wird auch die Umgebung unterschätzt. Ein ungebremster Rollstuhl, nasse Böden oder nicht entfernte Fußstützen können einen ansonsten gut vorbereiteten Transfer gefährden. Nehmen Sie sich daher vor jedem Umsetzen die wenigen Sekunden für die Kontrolle. Zeitdruck ist kein Grund, Sicherheitsregeln zu verkürzen.

Ein weiterer Fehler ist die Annahme, dass ein Hilfsmittel fachliche Anleitung ersetzt. Gerade Angehörige profitieren davon, sich den Transfer durch Pflegefachkräfte, Physio- oder Ergotherapie zeigen zu lassen. Dabei können Grifftechnik, Sitzhöhe, geeignete Hilfsmittel und individuelle Risiken direkt an die Wohnsituation und die Fähigkeiten der betreuten Person angepasst werden.

Auswahl: Größe, Griffe und Pflegebedarf

Transfergurte sind in verschiedenen Größen, Breiten und Ausführungen erhältlich. Eine ausreichende Länge und ein verstellbarer, sicher schließender Verschluss sind grundlegend. Mehrere stabile Schlaufen erleichtern die Anpassung der Griffhöhe und können bei unterschiedlichen Körpergrößen oder Bewegungsabläufen sinnvoll sein. Breitere Modelle verteilen den Druck besser, während schmalere Gurte bei kurzen, einfachen Transfers handlicher sein können.

Für den Pflegealltag zählen außerdem hygienische Eigenschaften. Der Gurt sollte entsprechend den Herstellerangaben waschbar oder desinfizierbar sein und nach jedem Gebrauch auf Verunreinigungen geprüft werden. In Einrichtungen empfiehlt sich eine klare Zuordnung zum Bewohner oder ein nachvollziehbares Hygienekonzept. Bei gemeinsam genutzten Hilfsmitteln sind Aufbereitungsvorgaben besonders sorgfältig einzuhalten.

Welches Modell geeignet ist, hängt nicht allein von Konfektionsgröße oder Körpergewicht ab. Entscheidend sind Rumpfstabilität, Greiffähigkeit, Hautzustand, Schmerzgeschehen, Transfersituation und die Zahl der Helfenden. Eine fachliche Beratung hilft, den Transfergurt sinnvoll in ein Gesamtkonzept aus Mobilitätshilfen, Sturzprophylaxe und rückenschonender Pflege einzuordnen.

Ein gut gewählter Transfergurt kann kurze Positionswechsel spürbar sicherer und ruhiger machen. Entscheidend bleibt aber die achtsame Zusammenarbeit: Bewegungen ankündigen, Eigenaktivität ermöglichen, Grenzen respektieren und bei Unsicherheit rechtzeitig auf eine geeignetere Transferlösung wechseln.